Hamburgs bewegte Geschichte seit dem Mittelalter

Karl der Große erbaute im 9. Jahrhundert im Norden eine Missionsstadt und begann mit der Missionierung der Bewohner. Sein Sohn Ludwig der Fromme errichtete nach dem Tod seines Vaters die Festung Hammaburg im Jahre 832. Der genaue Standpunkt der Festung, die Hamburg seinen Namen verlieh, ist jedoch unklar.

Später wurde die Burg zum Erzbistum des Erzbishof Ansgar von England, welcher den Vorsatz hatte von diesem Standort aus den gesamten Norden zu missionieren. Der Standort wurde jedoch aus Sicherheitsgründen nach Bremen verlegt. Die Hammaburg wurde unterdessen zur Heimat vieler Händler und Handwerker.

Im Jahre 1066 kam es aufgrund der erwarteten, zu hohen Abgaben an die christlichen Klöster und Bistümer zu Überfällen der Slawen auf die Siedlungen in Hamburg, Schleswig und Holstein, bekannt als Slawenaufstand. Viele Bewohner Hamburgs starben oder wurden versklavt.

Die Schauenburger

Die Verteidigung der Stadt verbesserte sich erst als der Graf von Schauenburg im Jahre 1106 die Regierung der Stadt übernahm. Er sorgte für den Sieg gegen die Angreifer von außerhalb und holte viele Kaufleute in die Neustadt. Die Zollfreiheit bewirkte einen wirtschaftlichen Aufschwung und ließ 1189 durch den Einfluss von Kaiser Barbarossa die reiche Stadt Hamburg entstehen. Die Kirche in der Person des Erzbischofs zerstritt sich mit den Schauenburgern und konzentrierte ihr Wirken auf die Altstadt.

Hansestadt Hamburg

Als im Jahre 1350 für mehrere Monate die Pest in Hamburg grassierte, starben circa 6000 Menschen, wodurch sich die Zahl der Einwohner um 50 % reduzierte.

Mit der Ernennung zur Hansestadt im Jahre 1360 florierte der Handel Hamburgs. Nicht zuletzt geschah dies auch durch die Funktion als Nordseehafen, in Konkurrenz zur sehr mächtigen Handelsstadt Lübeck.

Am 20. Oktober 1401 wurden der Piratenkapitän Klaus Störtebeker und seine 73 Besatzungsmitglieder auf dem Grasbroek enthauptet und deren Köpfe zur Abschreckung dort aufgespießt. Vorher hatte man Störtebeker versprochen, dass alle Kameraden, an den er nachdem er enthauptet wurde noch vorbeikommen könnte, begnadigt würden. Entgegen diesem Versprechen wurden diese elf Piraten trotzdem geköpft.

Die erste Verfassung und die Folgen des Dreißigjährigen Krieges

Anfang des 15. Jahrhunderts rebellierten in vielen Hansestädten die Bewohner gegen zu hohe Abgaben an die reichen Stadträte. Damit dies nicht auch in Hamburg passierte, erhielt Hamburg im Jahre 1410 seine erste Verfassung. Diese äußerst fortschrittliche Verfassung gab den Bürgern viele wichtige Rechte, wie die Zustimmungspflicht der Bürger vor einer Kriegserklärung.

Hamburg ca. 1600

Hamburg ca. 1600

Im 16. Jahrhundert mauserte sich Hamburg zu einer der wohlhabendsten Städte Europas und es entstand dort die erste Börse Deutschlands.
1618 bis 1648 wütete auch in Hamburg der Dreißigjährige Krieg. Die Hansestadt rüstete jedoch stark auf und verzeichnete daher nicht ganz so große Schäden und Verluste.

Hamburg wird Freie Reichsstadt

Dänemark war gegenüber Hamburg im Jahre 1768 stark verschuldet. Um einen Krieg zu vermeiden, einigte man sich darauf Dänemark die Schulden zu erlassen, wenn diese im Gegenzug die Stadt Hamburg als Kaiserliche Freie Reichsstadt akzeptierte.

Napoleon besetzte 1806 Hamburg und verhängte eine Kontinentalsperre, welche den Handel mit England untersagte und damit Arbeitslosigkeit und Elend über Hamburg brachte.

Die vorübergehende Besatzung der Russen 1813 führte ebenfalls lediglich zur Plünderung der Stadt und zur erneuten Belagerung durch die Franzosen. Erst als 1814 eine Aufgabe der Franzosen erfolgte, konnte sich Hamburg wieder erholen.

Der große Brand

1842 ereilte eine erneute Katastrophe die Stadt, als ein Feuer in einer Zigarrenfabrik ausbrach. Dabei verbrannte ein Viertel der Stadt, darunter 3 Kirchen, 41 Straßen und 1749 Häuser.

In der Speicherstadt wurde 1885 der Freihafen erbaut, in welchem Waren unverzollt gelagert und verkauft werden durften. Viele Bürger mussten deswegen damals in andere Stadtbezirke zwangsumgesiedelt werden.

Der Freihafen verhalf Hamburg wieder zu florierendem Handel.

1892 wütete zehn Wochen lang die Cholera in Hamburg und kostete 9000 Einwohner ihr Leben. Der Entdecker des Cholera Bazillus, Professor Dr. Robert Koch, erbostete sich über den Zustand der Elendsviertel und half dabei die Krankheit zu besiegen.

Hamburg wächst

Der große Brand bewegte Geschichte seit dem Mittelalter

Bis zum 19. Jahrhundert waren St. Pauli und Altona noch eigenständige Städte, die sich außerhalb der mittelalterlichen Stadtgrenzen Hamburgs befanden. In Hamburg selbst lebten damals nur 50.000 Einwohner, was sich aber um 1900 änderte, denn durch die Industrialisierung und die Eingemeindung der umliegenden Ortschaften wuchs die Einwohnerzahl auf eine Million an. Durch das das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 bekam die Stadt ihre heute noch bestehenden Grenzen.

Die Weltkriege

1914 bis 1918 kamen mit dem ersten Weltkrieg wieder Elend und Hunger nach Hamburg. Die Stadt beklagte 40.000 Gefallene und viele schwerverletzte Soldaten.

Im Anschluss an den ersten Weltkrieg übernahm ein Senat aufgrund der Wirtschaftskrise die Regierung von Hamburg und dieser erließ eine demokratische Verfassung. So lebte der Handel in Hamburg wieder auf. Die demokratische Regierung wurde allerdings durch die Nazis bekämpft.

1933 wurde die Hamburger Bürgerschaft aufgelöst, da die Nationalsozialisten bei der Wahl die Stimmenmehrheit erlangten. Da diese einen großen Hafen an Stelle mehrerer kleiner Häfen benötigten, kam es 1937 zum Groß-Hamburg-Gesetz.

Der zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 forderte erneut zahlreiche Opfer. Im Juli 1943 wurden viele der Hamburger Stadtteile zerstört und über 42000 Menschen getötet. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof befindet sich ein Massengrab und erinnert so als Mahnmal, an die bis zu 55000 Opfer der Hamburger Konzentrationslager und alle weiteren Opfer des zweiten Weltkrieges.

Im Jahre 1949 ernannte man Hamburg zur Freien und Hansestadt und zu einem selbständigen Bundesland.

Die Flutkatastrophe

In der Nacht zum 17. Februar 1962 verloren aufgrund einer Flutkatastrophe in Hamburg 60.000 Einwohner ihr Zuhause und 317 Menschen starben. Der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt setzte zur Hilfe Bundeswehrsoldaten ein und erhöhte die Deiche auf 7,20 Meter. Diese Maßnahme sorgte dafür, dass die Deiche allen weiteren Sturmfluten standhielten.

Die Eröffnung des neuen Elbtunnels fand am 10. Januar 1975 statt. Dies sorgte für eine extreme Verbesserung der Nord-Süd-Verbindung.

Neuste Geschichte

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In Hamburg bekamen 1999 gleichgeschlechtliche Paare zum ersten Mal die Chance zu heiraten. Die Hamburger Ehe beinhaltet zwar keine Rechte und Pflichten, gilt jedoch als Vorläufer für die im Jahre 2001 bundesweit anerkannte eingetragene Lebensgemeinschaft, inklusive Rechten und Pflichten.

1997 wurde durch die Bürgerschaft Hamburgs der Bau der Hafencity beschlossen, welcher 2001 begann und circa 2020 beendet werden soll.